top of page

Winterruhe & innere Wärme mit Ayurveda

Sanfte Selbstfürsorge für die stillste Zeit des Jahres



Wenn der Herbst allmählich zur Ruhe kommt und die Tage spürbar kürzer werden, verändert sich nicht nur das Außen. Auch im Inneren verschiebt sich etwas. Das lebendige, oft wechselhafte Gefühl des Herbstes weicht einer ruhigeren, dichteren Zeit. Der Winter bringt eine andere Qualität mit sich: weniger Bewegung, mehr Beständigkeit, weniger Anpassung, mehr Ankommen.


Im Ayurveda wird der Winter nicht als kurzer Abschnitt verstanden, sondern als eine längere Phase im Jahreslauf. Er beginnt mit der kühlen, trockenen Vata-Winterzeit im November, zieht sich durch den Dezember und Januar und geht in die spätere Winterphase, Shishira, über, die, je nach Klima, noch den Februar und manchmal sogar den März umfasst.

Der Winter begleitet uns über mehrere Monate hinweg mit ganz eigenen Bedürfnissen und Herausforderungen.


Winter im Ayurveda: nicht Übergang, sondern Tiefe

Während der Herbst im Ayurveda als Übergangszeit gilt, geprägt von Wind, Wechsel und Bewegung, ist der Winter deutlich beständiger. Die Qualitäten verändern sich:


  • Die Kälte bleibt.

  • Die Trockenheit hält an.

  • Das Tempo verlangsamt sich spürbar.


Im Winter geht es weniger darum, etwas auszugleichen oder zu regulieren. Vielmehr lädt diese Jahreszeit dazu ein, zu halten, zu nähren und zu schützen.


In meiner eigenen Wahrnehmung zeigt sich das sehr klar: Was im Herbst noch hilfreich war, bspw. Struktur, Aktivität und Erdung, tritt nun in den Hintergrund. Stattdessen entsteht der Wunsch nach Verlässlichkeit, nach Wiederholung und nach einfachen, tragenden Routinen.


Der Winter möchte halten – nicht fordern

Der Winter stellt andere Fragen als der Herbst.

Nicht: Wie finde ich wieder Stabilität?

Sondern eher: Was trägt mich durch diese Zeit?


Im Alltag bedeutet das oft, Dinge bewusst einfacher zu halten. Weniger Wechsel, weniger äußere Reize, weniger neue Impulse. Dafür mehr Wärme, mehr Rhythmus und mehr Wiederkehr.


Auch in der Bewegung zeigt sich dieser Unterschied deutlich. Im Winter braucht es keine aktivierenden Einheiten mehr. Was jetzt unterstützt, sind ruhige Sequenzen, ein langsameres Tempo und eine Praxis, die nicht antreibt, sondern begleitet.

Der Winter fordert uns nicht dazu auf, etwas zu erreichen. Er lädt uns vielmehr dazu ein, gut durch diese Monate zu kommen.



Fünf Wintermomente, die dich tragen


Die folgenden Impulse sind keine Anleitung im klassischen Sinn. Sie beschreiben vielmehr typische Winterqualitäten und wie sie sich im Alltag widerspiegeln können.


Tipp #1: Wärme von innen

Im Winter reagieren viele Menschen sensibler auf Kälte, nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich. Warme Getränke wie Hafermilch mit Zimt, warmes Wasser mit einer Scheibe Ingwer oder einem Spritzer Zitrone oder schlicht warmes Wasser ohne alles können helfen, den Körper von innen zu wärmen, ohne zu stimulieren.


Diese Form von Wärme ist ruhig und stabilisierend und somit passend zur Jahreszeit.

Weiter unten findest du zwei leckere ayurvedische Heißgetränke als Rezept, die du gerne mal für dich ausprobieren und bei Bedarf natürlich auf den persönlichen Geschmack anpassen kannst.


Tipp #2: Abende mit klaren Abschlüssen

Während der Herbst oft noch lange Tage kennt, profitiert der Winter von klaren Übergängen. Kleine, wiederkehrende Abendgesten, wie eine Kerze, ein paar ruhige Atemzüge, ein Moment des Innehaltens, vielleicht auch sanfte Klänge helfen, den Tag bewusst zu beenden und die Nacht einzuleiten.


Nicht als obligatorisches Ritual, sondern als verlässlicher Abschluss zum zur Ruhe kommen.

Und vielleicht magst du die kleine Übung, die ich unter den Rezepten aufgeführt habe, als abendlichen Abschluss mit Heißgetränk einmal für dich ausprobieren.


Tipp #3: Schutz für den Körper

Die trockene Winterluft macht sich häufig über Haut und Gelenke bemerkbar. Ein paar Tropfen warmes Sesamöl auf Füße oder Unterarme können helfen, Kälte und Trockenheit abzufedern. Und wenn du dir extra viel Fürsorge schenken magst, dann vielleicht nach einer warmen Dusche mit dem wohltuenden Einmassieren von Sesamöl von Schultern bis zu den Füßen.


Im Winter wirkt Öl wohlig schützend, wie eine zusätzliche Schicht gegen das Außen.


Tipp #4: Essen, das nährt und sättigt

Während im Herbst erdende Ernährung im Vordergrund steht, darf Essen im Winter noch eine andere Rolle einnehmen: Es darf tragen und damit ein nährender Begleiter durch die stillere und kältere Jahreszeit sein.


Warme Getreidegerichte, Suppen, Eintöpfe oder Ofengemüse mit cremigen Komponenten wie ein Tahini-Dip oder Ghee als Topping schenken Sattheit und Ruhe – körperlich wie mental.


Tipp #5: Licht als Unterstützung

Im Winter ist Licht nicht nur ein bewusstes Element für eine hyggelige Stimmung, sondern ein wichtiger Ausgleich. Kerzen, warmes Kunstlicht oder bewusst gewählte helle Plätze im Alltag helfen, die dunkleren Tage für uns angenehmer zu gestalten.


Es braucht nicht viel und doch ist es so wirkungsvoll.


Zwei ayurvedische Wintergetränke für ruhige Momente im Tag

Vielleicht hast du beim Lesen der fünf Wintermomente gemerkt, dass es im Winter weniger um feste Routinen geht als um stimmige Momente. Ein warmes Getränk kann genau so ein Moment sein: zwischendurch, am Nachmittag oder am Abend.

Immer dann, wenn du das Bedürfnis nach etwas Nährendem und Wohltuendem spürst.

Die folgenden beiden Getränke stammen aus der ayurvedischen Tradition und lassen sich gut in den Winteralltag integrieren. Ohne feste Uhrzeit. Ohne Vorgabe. Einfach als Einladung, dir zwischendurch oder zum Tagesausklang etwas Gutes zu tun.


Ayurvedische Gewürzmilch

Eine klassische Gewürzmilch, die sich sowohl tagsüber als auch am Abend gut trinken lässt.


Zutaten:

  • ca. 200 ml Milch oder eine pflanzliche Alternative

  • ½ TL Zimt

  • ⅓ TL Kardamom

  • 2 Nelken

  • 1 dünne Scheibe frischer Ingwer

  • optional: 1 TL Ghee


Zubereitung:

Alle Zutaten in einen kleinen Topf geben und bei mittlerer Hitze langsam erwärmen. Sobald die Milch warm ist, die Hitze reduzieren und die Mischung 5 Minuten sanft köcheln lassen, damit sich die Gewürze gut verbinden können. Anschließend durch ein Sieb gießen und warm trinken.


Schon die ruhige Zubereitung kann ein kleiner Übergang im Tag sein – egal, ob zwischen Terminen oder als Ausklang am Abend.


Goldene Milch

Auch die goldene Milch lässt sich flexibel einsetzen und an den eigenen Geschmack anpassen.


Zutaten:

  • 1 Tasse Mandel-, Reis- oder Kuhmilch

  • 1 gestrichener TL Kurkuma

  • ½ TL Zimt

  • etwas frischer Ingwer

  • 1 Prise Kardamom

  • 1 Prise schwarzer Pfeffer

  • Ahornsirup oder Honig nach Geschmack (Honig erst nach Zubereitung dazugeben, da er in der ayurvedischen Tradition nicht wärmer als 40 Grad sein sollte)

  • optional: 1 TL Ghee


Zubereitung:

Alle Zutaten in einem kleinen Topf verrühren und langsam erhitzen. Die Hitze reduzieren und die Mischung einige Minuten sanft köcheln lassen, damit sich die Gewürze entfalten können. Zum Schluss nach Geschmack süßen und warm genießen.


Auch hier gilt: kein Nebenbei. Kein Müssen. Nur ein Moment, der bewusst gewählt wird.


Eine kleine Einladung zur Wahrnehmung

Vielleicht magst du eines dieser Getränke nicht einfach trinken, sondern dir dafür einen kurzen Moment nehmen – ganz unabhängig von der Tageszeit.


Du könntest es zum Beispiel so ausprobieren:

  • Halte deine Tasse für einen Moment mit beiden Händen. Nimm die Wärme wahr. In deinen Händen oder auch bei den ersten Schlücken.

  • Lege eine Hand auf deine Körpermitte oder halte sie mit etwas Abstand vor deinen Bauch, wenn sich das stimmiger anfühlt.

  • Spüre nach: Wo im Körper nimmst du Wärme wahr? Gibt es einen Ort, der sich gerade etwas weicher oder ruhiger anfühlt?


Bleibe für ein paar Atemzüge bei dieser Wahrnehmung. Du brauchst nichts vertiefen, nichts verändern, nichts erreichen. Lass das Getränk einfach begleiten, was gerade da ist.

So kann aus einem warmen Getränk ein kleines Ritual werden, nicht gebunden an eine Uhrzeit, sondern an dein eigenes Empfinden.


Ein Winter, der trägt

Der Winter ist keine Phase des Wachstums im klassischen Sinn. Er ist eine Zeit des Bewahrens, des Sammelns und des Durchtragens. Nicht ohne Grund gilt er als stillste Jahreszeit.


Für mich ist der Winter jedes Jahr eine Erinnerung daran, dass nicht jede Jahreszeit nach Entwicklung ruft. Vielmehr lädt er dazu ein, langsamer zu werden und gut bei sich zu bleiben.


Fühl dich getragen in dieser Stille und Langsamkeit

All diese Qualitäten fließen auch in meine Arbeit ein. In meine Yogastunden, in meine Frauenkreise, in meine 1:1 Angebote und alle anderen kleinen und großen Räume, die ich im Rahmen von mimo halte.


Der Winter darf weich sein.

Und du musst ihn nicht alleine tragen.


Wenn du magst, begleite ich dich durch diese Zeit, ruhig, warm und in deinem Tempo.

Vielleicht verspürst du den Ruf in meinem 1:1 Angebot mit somatischer Körperarbeit dir bewusst Raum zu schenken, um die Qualität dieser Jahreszeit für dich zu erkunden. Gerade dann wenn Stille und Langsamkeit so weit weg zu sein scheinen...

Ich bin an deiner Seite, um diese noch bewusster in dein Leben einzuladen.


Von Herz zu Herz, Hanna

Comments


bottom of page